Die Stadtwerke Hof haben unter Berücksichtigung des vorliegenden Förderbescheids für das geplante Nahwärmenetz in Jägersruh eine finale Projekt-Kalkulation vorliegen – mit dem Ergebnis, dass sich eine Nahwärmelösung für den Ortsteil Jägersruh nicht wirtschaftlich umsetzen lässt. Die im Zuge der Planung gewonnenen Erkenntnisse sind für eine kommunale Wärmeplanung der Stadt Hof aber unerlässlich und werden als Grundlage für zukünftige Projekte dienen. Zur Vorgeschichte: Vor rund zwei Jahren hatten die Stadtwerke Hof die Hauseigentümer in Jägersruh nach ihrem Interesse nach einer Fernwärmelösung in ihrem Ortsteil befragt. Diese Befragung ging zurück auf die Initiative der CSU-Ortsgruppe Jägersruh. Der Rücklauf von mehr als 100 Interessierten hat die Stadtwerke ermuntert, eine umfassende Fernwärmeplanung bei einem Ingenieurbüro in Auftrag zu geben. Damit wurde auch ein Punkt des Klimaschutzkonzepts der Stadt Hof aufgegriffen. Mit der Planung für ein Holzhackschnitzel-Heizwerk haben sich die Stadtwerke am Förderprogramm für effiziente Wärmenetze beteiligt. Für die Bewilligung von Zuschüssen war aber zunächst eine Machbarkeitsstudie vom Fördergeber gefordert worden. Diese Machbarkeitsstudie hat Alternativen erwogen und die vorliegende Planung überprüft. Die Fördermittelstelle hat die Unterlagen nun geprüft und den Stadtwerken Hof Ende August 2023 eine Förderung von 2,2 Mio. Euro für dieses Projekt auf der Basis der Zahlen des Jahres 2022 beschieden.
Auf der Grundlage der geprüften Zahlen und der genau vorliegenden Fördermittelhöhe konnte nun verlässlich kalkuliert werden, welche Kosten auf die potentiellen Anschlussnehmer zukommen würden. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass eine Fernwärmelösung für Jägersruh für die Bürgerinnen und Bürger nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Die Kosten im Verhältnis zur Anzahl der maximal möglichen Wärmeanschlüsse und zur zu erwartenden Wärmeabgabe schließen aus, dass die Kosten für die unter denen für die einer Wärmepumpe liegen würden. Würde man den Hauseigentümern jetzt einen Fernwärmeanschluss anbieten, wäre mittelfristig große Unzufriedenheit zu erwarten - wenn die Hausbesitzer feststellen, dass diejenigen, die sich für eine Wärmepumpe entschieden haben, deutlich niedrigere Kosten haben. „Wir wollen hier fair sein und den Bürgern keine günstige Lösung vorgaukeln“, sagt Jean Petrahn, Geschäftsführer der Stadtwerke Hof. „Auch wenn die Enttäuschung bei uns und insbesondere bei den betroffenen Bürgern groß sein mag: Die Untersuchung einer Fernwärmelösung für Jägersruh war richtig und wichtig.“ Ohne diese Untersuchung hätte man sich auf lange Zeit vorwerfen müssen, dass ja vielleicht eine Wärmelösung günstiger gewesen sei.
Die Ausarbeitung für Jägersruh wird auch für die kommunale Wärmeplanung der Stadt Hof hilfreich sein und in die umfassende Bewertung der Gebäude in Hof für die kommunale Wärmeplanung einfließen. Auf die in Jägersruh gesammelten Erfahrungen kann bei Projekten in der Innenstadt von Hof zurückgegriffen werden. Ohne den Ergebnissen der kommunalen Wärmeplanung vorweg zugreifen, ist zu erwarten, dass im hochverdichteten Innenstadtbereich der Stadt Hof kaum ein Weg an zentralen Wärmelösungen vorbei führen wird. Darauf konzentrieren sich nun die Planungen der Stadtwerke Hof.
