Die HofBus GmbH setzt erstmals HVO100 als Kraftstoff im regulären Linienbetrieb ein. Zwei neue Stadtbusse werden bereits damit betrieben. Im Jahr 2026 sollen drei weitere Fahrzeuge hinzukommen. Langfristiges Ziel bleibt die schrittweise Umstellung der Busflotte auf elektrische Antriebe.
HVO steht für „Hydrotreated Vegetable Oil“. Der Kraftstoff kann aus biogenen Rest- und Abfallstoffen wie gebrauchten Speiseölen hergestellt und in dafür freigegebenen Dieselfahrzeugen ohne technische Umrüstung eingesetzt werden. HofBus nutzt HVO100 deshalb als Übergangslösung, solange die vollständige Umstellung auf Elektrobusse insbesondere aufgrund der hohen Anschaffungs- und Infrastrukturkosten noch nicht umgesetzt werden kann.
Treibhausgasminderung abhängig von Herstellung und Rohstoffen
Gegenüber fossilem Diesel kann HVO100 über den gesamten Lebenszyklus eine deutliche Minderung der Treibhausgasemissionen ermöglichen. Die konkrete Einsparung hängt unter anderem von den verwendeten Rohstoffen, dem Herstellungsverfahren und den Transportwegen ab. Nach Angaben des Kraftstofflieferanten kann die Treibhausgasminderung des von HofBus eingesetzten HVO100 gegenüber fossilem Diesel bis zu 90 Prozent betragen.
„Mit HVO100 können wir die Treibhausgasemissionen der eingesetzten Fahrzeuge bereits heute reduzieren, ohne auf die Zuverlässigkeit moderner Dieselbusse verzichten zu müssen“, erklärt Jean Petrahn, Geschäftsführer der Stadtwerke Hof. „Gleichzeitig halten wir an unserem langfristigen Ziel fest, die HofBus-Flotte schrittweise auf elektrische Antriebe umzustellen.“
Die Umstellung der gesamten Busflotte auf Elektrofahrzeuge erfordert erhebliche Investitionen – sowohl in die Fahrzeuge als auch in Ladeinfrastruktur und Betriebstechnik. HofBus hat bereits mehrfach Förderanträge für die Beschaffung von Elektrobussen gestellt. Die weitere Umsetzung hängt daher auch von geeigneten Förderprogrammen des Bundes und des Freistaats Bayern ab.
„HVO100 ist für uns eine pragmatische Zwischenlösung“, ergänzt Sandra Lehmann, Betriebsleiterin der HofBus GmbH. „Wir können damit bestehende und neue Dieselfahrzeuge weiter einsetzen und zugleich deren Treibhausgasbilanz gegenüber dem Betrieb mit fossilem Diesel verbessern. Parallel bereiten wir den langfristigen Umstieg auf Elektrobusse vor.“
Nach den ersten beiden Fahrzeugen sollen schrittweise weitere Busse und geeignete Fahrzeuge im Stadtwerke-Konzern auf HVO100 umgestellt werden. Voraussetzung sind jeweils die technische Freigabe der Fahrzeuge sowie die verlässliche Verfügbarkeit eines entsprechend nachgewiesenen Kraftstoffs.
